19.06.2026

Buch "Vom kleinen Wohntraum zum fertigen Zuhause": BAUPROZESS BEGLEITEN (Einblick in Kapitel 8)

Seit vielen Jahren sprechen Chris & Caro in ihrem Podcast "tinyon" über Minhäuser und mehr. Nun haben die beiden ihr erstes Buch veröffentlicht. Lesende der NEW-HOUSING-Seite können regelmäßig Ausschnitte aus dem Werk lesen.

"WENN WIR ERST MAL UNSER GRUNDSTÜCK HABEN, LÄUFT DER REST VON SELBST."

So behältst du den Überblick über Arbeitsschritte und Fortschritte bei der Umsetzung deines Tiny-House-Projekts.

Spätestens, wenn du mit deinem Projekt richtig durchstartest, wirst du feststellen, wie groß der Kreis der daran Beteiligten auch oder gerade bei einem Tiny House ist. Dein Haus ist zwar klein, viele Arbeiten müssen jedoch unabhängig von der Größe des Gebäudes gemacht werden. Folgende Fachleute und Gewerke sollten beim Hausbau mitwirken:

  • Architekt
  • Statiker
  • Zimmerer
  • Ggf. spezialisierter Fenster- und Türbauer
  • Elektriker
  • Sanitär
  • ggf. Dachdecker
  • Logistikunternehmen
  • ggf. Kranbetrieb

Nicht ohne Grund gibt es Spezialisten in den jeweiligen Gewerken, die bestenfalls über jahrelange Erfahrung in ihrem Fachbereich verfügen. Du solltest also hellhörig werden, wenn dein Hersteller ein Kleinstbetrieb ist und behauptet, er könne alle notwendigen Tätigkeiten beim Hausbau selbst übernehmen. Gerade im Bauprozess eines Tiny Houses ist die Koordination der verschiedenen Gewerke und deren Abstimmung untereinander durchaus herausfordernd und anspruchsvoll. Erkundige dich deshalb schon vor der Entscheidung für einen Anbieter, ob dieser Subunternehmer und zu beauftragende Spezialisten bereits kennt und diese bestenfalls Erfahrung mit dem Bau eines Minihauses haben. [...]

Für die Aufbereitung bzw. Erschließung deines Grundstückes solltest du folgende Unternehmen auf dem Schirm behalten und im jeweiligen Bauabschnitt einbeziehen:

  • Tiefbauer
  • Stromnetzbetreiber (z. B. EON)
  • Lokaler Stromnetz-Betreiber (z. B. in unserem Fall Bayernwerk,eine regionale Tochter von E.ON zur Sicherstellungder regionalen Energieversorgung)
  • Lokaler Stromnetz-Infrastrukturpartner (z. B. in unseremFall Omexom, führt Baumaßnahme als externerDienstleister im Auftrag durch)
  • Lokaler Elektriker
  • Stadtwerke Trink- und Abwasser
  • Telekom bzw. Telekommunikationsanbieter
  • Lokaler Telekom-Infrastrukturpartner (führt Baumaßnahmeim Auftrag durch)
  • Lokaler Sanitärbetrieb

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass es in manchen Fällen einen verantwortlichen Experten auf Anbieterseite und ein lokales Pendant an deinem Grundstücksort gibt. Ob du den lokalen Partner benötigst, hängt auch davon ab, für welches Hausmodell du dich entschieden hast und in welchem Erschließungsgrad dein Grundstück zum Zeitpunkt der Anlieferung ist. Da es gerade bei kleinteiligen Arbeiten enger zugeht als bei konventionellen Baustellen, sollten die Handwerker die nötige Geduld und bestenfalls Erfahrung mitbringen. Hier und da hatten wir das Gefühl, dass die Zuverlässigkeit einiger Betriebe davon abhing, ob sie unser Projekt als außergewöhnlich spannend oder eher lästig empfunden haben.

Da die Hausplanung und die notwendige Erschließung direkt voneinander abhängen, war die Abstimmung zwischen Architekt und Tiefbauer als »stille Post« mit uns als Vermittler sehr anspruchsvoll. Schließlich waren wir Laien und verstanden nicht alles, worüber geredet werden musste. Freundlicherweise hatte unser Architekt deshalb irgendwann angeboten, den direkten Draht zu den Unternehmen vor Ort zu übernehmen. Trotzdem mussten wir feststellen, dass der Tiefbauer die Pläne wohl nicht hundertprozentig nachvollziehen konnte. Die Anschlüsse von Badezimmer und Küche schienen wohl von der Norm abzuweichen, weshalb dann einfach weitergearbeitet wurde, wie man es von anderen Baustellen kannte. Vielleicht erinnerst du dich noch an das Foto aus Kapitel 3, das zeigt, welche Baggerarbeiten noch notwendig waren, obwohl das Tiny Loft bereits auf den Punktfundamenten abgesetzt war. Die frühzeitige Vernetzung der jeweiligen Projektpartneruntereinander lohnt sich also. Unser Vorhaben teilte sich im Wesentlichen in zwei parallel laufende Teilprojekte, die wir koordinieren mussten:

Bau des Tiny Lofts

  • Hausentwurf [Architekt] und Abstimmung (Statiker)
  • Positive Rückmeldung Bauantrag (Bauamt)
  • Detailplanung Innenausbau(Möbelbauer/externer Küchenbauer)
  • Baustart Holzständerbau und Einbau Dämmung(Zimmerei)
  • Innenausbau (Fenster- undTürbauer/Elektriker/Sanitär])
  • Verschindelung der Fassade (Zimmerei)
  • Transport 3 Module und Endmontage vor Ort (Logistik)
  • Montage Aluminium-Fassade (Dachdecker)

Vorbereitung des Grundstücks und Anschluss des Hauses

  • Öffnen der öffentlichen und Privatstraße (Tiefbauer)
  • Abstecken des Hausstandortes am Grundstück (Tiefbauer)
  • Erschließung öffentliche Straße bis Haus, Wasser- und Abwasser (Tiefbauer)
  • Aufschüttung des Grundstückes zur Erschließung (Tiefbauer)
  • Anschluss des Tiny Houses an provisorischen Baustrom (lokaler Elektriker)
  • Anschluss Trinkwasser (lokaler Sanitärbetrieb)
  • Abnahme Wasser- und Abwasser (Stadtwerke)
  • Verlegung Strom- und Internet (lokale Infrastrakturpartner)
  • Funktionstest Abwasser-Verrohrung (Tiefbauer)
  • Pflasterung Privatstraße (Tiefbauer)

Eine Herausforderung bei unserem und vielen anderen Tiny-House-Projekten ist die Entfernung der Projektpartner zueinander und zum Baugrundstück. Du solltest dich also darauf einstellen, zwischen dem Standort des Anbieters bzw. Architekturbüros, deinem aktuellen Wohnort, deinem Grundstück und dem Sitz des Tiny-House-Herstellers bzw. der Zimmerei hin und herzu pendeln. In unserem Fall trennte eine Strecke von 268 Kilometern unsere damalige Wohnung von unserem Tiny-House-Grundstück und ganze 439 Kilometern mussten wir zur Zimmerei fahren, die einen Großteil unseres Hauses gebaut hat. Diese Distanzen können schnell zur Herausforderung werden, wenn es um Abstimmungen oder Besichtigungen geht. Während es für Chris’ Eltern früher völlig normal war, dass man regelmäßig an der eigenen Hausbaustelle vor Ort war und hier und da sogar selbst mitgeholfen hat, ist bei Tiny-House-Projekten meist das Gegenteil der Fall. Das erfordert natürlich großes Vertrauen in alle Beteiligten und eher selten die Möglichkeit, direkten Einfluss in den Entstehungsprozessdes Hauses zu nehmen. Um trotzdem bestmöglich auf dem Laufenden zu bleiben, haben wir den ein oder anderen Heimatbesuch von Caro genutzt, um der Zimmerei in der Nähe Dresden einen Besuch abzustatten und uns einen Eindruck vom Baufortschritt zu verschaffen. Da unser Baugrundstück unweit von Chris’ Elternhausliegt, konnte er auch dort gut Termine zur Dokumentation mit einem Besuch verbinden. Aus heutiger Sicht empfehlen wir mindestens folgende Meilensteine für Termine vor Ort.

[Im Buch teilen wir an dieser Stelle unsere heißesten Tipps dazu, Herausforderungen schon vorab zu vermeiden bzw. zielführend damit umzugehen.]

Wie du alle Projektbeteiligten im Blick behältst, deine persönlichen Bedürfnisse in das Vorhaben frühzeitig einbringst und die ordnungsgemäße Umsetzung kontrollierst, lernst du in Kapitel 8 von 10.

Hier gehts zum Buch!

Hier geht´s zum Einblick in das Kapitel 1

Hier geht´s zum Einblick in das Kapitel 2

Hier geht´s zum Einblick in das Kapitel 3

Hier geht´s zum Einblick in das Kapitel 4

Hier geht´s zum Einblick in das Kapitel 5

Hier geht´s zum Einblick in das Kapitel 6

Und hier geht's zum Einblick in das Kapitel 7

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