Buch "Vom kleinen Wohntraum zum fertigen Zuhause": TINY HOUSE PLANEN (Einblick in Kapitel 6)
Seit vielen Jahren sprechen Chris&Caro in ihrem Podcast "tinyon" über Minhäuser und mehr. Nun haben die beiden ihr ersten Buch veröffentlicht. Lesende der NEW-HOUSING-Seite können regelmäßig Ausschnitte aus dem Werk lesen.
»FERTIGE TINY HOUSES SIND GUT DURCHDACHT. DA IST SICHER EIN PASSENDES DABEI.«
Hierauf solltest du bei der Planung achten, damit du dich auch langfristig in deinem neuen Zuhause wohlfühlst.
So unterschiedlich wie die Menschen, so verschieden sind ihre Ansprüche an ihren Lieblingsort. Auf den nächsten Seiten erfährst du mehr über bewährte Minihaus-Konzepte, und an welchen Stellen es Sinn ergibt, diese an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen.
Viele Tiny-House-Hersteller haben uns davon erzählt, dass sie zu Beginn eine andere Absicht hatten. Sie hatten die Vision von einem standardisierten Hausmodell, das, vollständig durchdacht, wie ein neues Paar Schuhe zu einem fest definierten Preis verkauft werden kann. Ehrlich gesagt hatten auch wir zu Beginn unseres Weges noch diesen Gedanken. Umso intensiver man sich aber mit dem Thema Tiny House und vor allem seinem eigenen Anspruch an einen Hauptwohnsitz beschäftigt, desto klarer werden einem die individuellen Anforderungen, die ein bewusst reduziertes Leben an den Wohnraum stellt. Auf übersichtlicher Wohnfläche wird es extrem wichtig, dass möglichst jeder Zentimeter entsprechend den alltäglichen Arbeitsabläufen und Gewohnheiten der Bewohnergenutzt wird. Dass also ein Tiny House »von der Stange« genau deinen individuellen Bedürfnissen entspricht, ist mehr Zufall als gute Planung. Diese Erkenntnis ist mittlerweile auch bei den Herstellern angekommen, und so wirst du immer häufiger Preisspannen oder zumindest Basis-Preise (welche durch Individualisierungen schnell steigen) auf den Websites und in den Broschüren zu Tiny Houses finden. Eine Anpassung der bestehenden Modelle ist also häufig nicht nur möglich, sondern wird auch von vielen Firmen bewusst angeboten. Über folgende grundlegende Eigenschaften solltest du dir trotzdem schon im Vorfeld im Klaren sein, da Hersteller bei ihren bestehenden Modellen in diesen Bereichen nur bedingt abweichen können:
Räder oder nicht: Wie mobil soll dein Zuhause sein?
Eine oder zwei Etagen: Wie barrierearm sollte das Haus aufgebaut sein?
Flexibilität der räumlichen Gestaltung: Soll eine spätere Reduzierung oder Erweiterung der Wohnfläche möglich sein?
Viele alltägliche Bedürfnisse und Abläufe in Bezug auf die Wohnsituation sind einem nicht bewusst. Um sie besser vor Augen zu haben und zu verstehen, haben wir uns intensiv mitunseren vergangenen Wohnsituationen beschäftigt, um daraus Anforderungen an unser Tiny House abzuleiten, die zwingend erfüllt sein müssen. Daraus ist folgender Leitfaden für dich entstanden. Gedanken für eine Nutzung des Minihauses mit mehreren Personen haben wir mit »(1+)« gekennzeichnet.
1. Raumaufteilung
Welche Räume in deiner bisherigen Wohnung hast du am meisten genutzt?
Gab es Bereiche, die du selten betreten hast? Warum war das so?
War deine bisherige Küche funktional und bequem? Welche Aspekte haben dich gestört?
Was war für dich im Badezimmer unverzichtbar?
Wie könntest du die Nutzung dieser Räume im TinyHouse optimieren oder anpassen?
Unsere Impulse fürs Tiny House:
Definiere für dich notwendige Bereiche (z. B. Kochen, Schlafen, Körperpflege, Arbeiten, Rückzug – aber auch: Gaming, Yoga, Pflanzen etc.).
Berücksichtige den Einfluss einer offenen Küche auf andere Wohnflächen (z. B. Lautstärke und Geruch).
Plane eine optische und akustische Trennung von Räumen, insbesondere des Schlafzimmers, um Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen.
Überlege dir ein Badezimmerdesign, das sowohl funktional als auch komfortabel ist (z. B. Badewannen-Dusch-Kombination).
Plane ausreichend Platz ein, um dich im Raum bewegen zu können, auch wenn Möbel vorhanden sind.
(1+) Nutzt unterschiedliche Ebenen (z. B. ein Schlafloft),um den Raum größer wirken zu lassen und Distanz zu schaffen.
(1+) Berücksichtigt eine modulare Bauweise, die es ermöglicht, das Tiny House bei Bedarf zu erweitern (z. B. für ein Kinderzimmer).
2. Privatsphäre
Hattest du in deiner bisherigen Wohnung genug Rückzugsorte? Wo hast du dich am häufigsten und ambesten entspannt?
Welche Situationen führten früher zu Spannungen und worauf führst du das zurück?
Welche Art von Raumtrennung würdest du dir im TinyHouse wünschen, um Privatsphäre zu gewährleisten?
Unsere Impulse fürs Tiny House:
Installiere eine Tür, die den Raum klar vom Rest des Hauses abgrenzt und für Rückzugsmöglichkeiten sorgt.
Plane Fensterabdeckungen oder Vorhänge für Räume, die von außen einsehbar sind, um die Privatsphäre zuwahren.
(1+) Überlegt, wo eine optische Trennung durch Raumtrenner oder einen Vorhang genügt, um gleichzeitig Privatsphäre und ein offenes Raumgefühl zu schaffen.
3. Alltagsroutinen
Welche täglichen Routinen gehen dir in deiner aktuellen Wohnung leicht von der Hand? Wo gibt es Schwierigkeiten?
Hast du einen speziellen Bereich zum Arbeiten oder Entspannen genutzt?
Wie viel Flexibilität hattest du bei der Nutzung von Räumen für verschiedene Tätigkeiten? Was würdest du im Tiny House ändern?
Unsere Impulse fürs Tiny House:
Definiere feste Plätze für regelmäßig benötigte Gegenstände.
Setze auf Möbel mit Rädern, die bei Bedarf schnell verschoben werden können, um den Raum flexibel zu nutzen.
Plane den Raum so, dass er bei Bedarf leicht umgestaltet werden kann, z. B. für zusätzliche Schlafmöglichkeiten oder andere temporäre Nutzungen.
Denke bei der Gestaltung auch an mögliche zukünftige Nutzungen oder Anpassungen des Raumes.
(1+) Schafft getrennte Arbeitsbereiche oder nutzt Coworking Spaces, um das Tiny House nicht permanent als Büro nutzen zu müssen.
(1+) Stellt sicher, dass Arbeits- und Wohnbereiche klargetrennt sind, um Stress zu vermeiden.
[Im Buch selbst findest du weitere Reflexionsfragen und Impulse zu folgenden Kategorien]
4. Ordnungsprinzipien und Multifunktionalität [...]
5. Oberflächen und Licht [...]
6. Flexibilität in der Raumgestaltung [...]
7. Außenflächen [...]
Diese Gedanken werden dir dabei helfen, deine bisherigen Wohnsituationen zu reflektieren und gerade unverzichtbareBedürfnisse zu benennen. Mit den Ergebnissen dieser Reflexion hast du nicht nur eine tolle Übersicht über deine Bedürfnisse, sondern du bietest damit auch dem Tiny-House-Planer eine wunderbare Grundlage, darauf fachlich aufzubauen und dich bestmöglich bei der individuellen Minihaus-Planung zu unterstützen. [...]
Wie deine individuellen Bedürfnisse sinnvoll in die Hausplanung einfließen, du den für dich passenden Anbieter findest und die richtigen Entscheidungen bei Fundamenten sowie dem Transport triffst, findest du in Kapitel 6 von 10. Das Kapitel bereichert Anika Falke, erfahrene Produktdesignerin, die bereits über 60 Projekte in der Produktion begleitet und mehr als 180 individuelle Häuser geplant hat.
Und hier geht´s zum Einblick in das Kapitel 5
Und hier geht´s zum Einblick in das Kapitel 4
Und hier geht´s zum Einblick in das Kapitel 3
