Wohnzufriedenheit und Komfort: Widerspruch im Minihaus?
Aus KLEINER WOHNEN: Immer mehr Zeit wird in Innenräumen verbracht. Entsprechend wichtig ist der Raumkomfort . Daher lohnt ein hoher Planungsaufwand für ein gesundes und angenehmes Raumklima, frische Luft und gute Akustik und Lichtverhältnisse.
Komfortbewertung im Studiumskontex im Zuge einer Studienarbeit an der Peter Behrens School of Arts der Hochschule Düsseldorf wurden 28 Minihäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz hinsichtlich des Innenraumkomforts analysiert.
Dabei wurden durch gezielte Variationen in den Bereichen Lüftung, passive Kühlung, Fenstergröße und -qualität, Bauteilaufbauten und -oberflächen (inkl. Wärmedurchgangskoeffizienten und thermischer Speichermasse), Sonnenschutz und bauliche Verschattung sowie deren Kombinationen Verbesserungsvorschläge hinsichtlich der Behaglichkeitsparameter sowie des Energiebedarfs erarbeitet. Insbesondere wurde der Einfluss der geringen Wohnfläche bzw. des begrenzten Raumvolumens pro Bewohner*in studiert.
Diese gezielten Parameteränderungen dienten vor allem dem Erkenntnisgewinn der Studierenden hinsichtlich der Auswirkungen einzelner Einflussfaktoren und beinhalteten teils auch Veränderungen an Hüll- und Fensterflächen sowie deren Qualitäten.
Auf Grundlage der Status-quo-Modelle konnten Raumkomfortparameter der tatsächlichen Gebäudezustände bewertet und mit den Effekten der untersuchten Varianten verglichen werden. Je Minihaus wurde dazu ein einheitliches Informationsbild in Bezug auf Geometrie und bauphysikalische bzw. gebäudetechnische Eigenschaften geschaffen. Der Hauptwohnraum wurde bei realen Gegebenheiten hinsichtlich des Raumklimas (Raumtemperatur, Luftfeuchte, CO2-Gehalt) mittels der Software SimRoom [SimRoom 2020] sowie hinsichtlich der Tageslichtversorgung mittels der Software Velux Daylight Visualizer [Velux 2020] analysiert. In einigen Fällen konnten zudem Kurzzeitmessungen vor Ort in den Häusern vorgenommen und mit den Simulationsergebnissen abgeglichen werden.
Die untersuchten Gebäude entsprechen unterschiedlichen Minihaustypen (on wheels, aufgeständert oder konventionell gegründet), sind größtenteils dauerhaft und nur in Ausnahmen als Musterhaus oder temporär genutzt und allesamt freistehend. Die Baujahre variieren zwischen 2009 und 2023. Die Bauweise entspricht in 24 Fällen dem Holzrahmen- bzw. -ständerbau, während je zwei Häuser als Holzmassivbau bzw. in Ziegelbauweise mit Betondecken errichtet wurden.
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Geschrieben wurde der Text von Prof. Dr.-Ing. Eike Musall (ist Architekt und lehrt an der Hochschule Düssledorf im Fachbereich Architektur. Er forsch in Projekten zu Konzepten, Strategien und Bewertungsverfahren klimaneutraler Gebäude. Er leitet das interdisziplinäre Institut für Lebenswerte und umweltgerechte Stadtentwicklung (In-LUST) der HSD, das nachhaltige Verönderungen/Innovationen in Bauprojekten und Stadtquartieren forciert, und gehört zum Zentrum für innovative Energiesysteme (ZIES) der HSD an.
Geschrieben wurde der Text auch von Nadine Nebel (M.A.) . Sie studierte Design an der Hochschule Düsseldorf, arbeitete als selbstständige Szenografin und ist jetzt Forschungsreferentin im Fachbereich Architektur der Peter Behrens School of Arts. Sie promoviert an der RWTH Aachen und erforscht in ihrer Doktorarbeit Lösungsansätze zur Steigerung der Wohnqualität auf kleinen Wohnflächen. An der Hochschule Düsseldorf bearbeitet sie mit der Forschungsgruppe „lilmore“ Themen zu Wohnqualität und Wohnzufriedenheit auf kleiner Wohnfläche.
